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Der «Blick» fährt grobes Geschütz gegen das Ameos Spital auf
Das Ärztezentrum MedicoPlus Einsiedeln steht zum Ameos Spital Einsiedeln
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Der «Blick» fährt grobes Geschütz gegen das Ameos Spital auf

Das Ärztezentrum MedicoPlus Einsiedeln steht zum Ameos Spital Einsiedeln


24.11.2023 – Gleich zweimal hintereinander machte der «Blick» das Spital in Einsiedeln zum Hauptthema. Und sparte nicht mit zugespitzten Aussagen. «Spitalakte Einsiedeln» und «Jetzt spricht der Gesundheits­minister» waren die wie gewohnt dicken Schlagzeilen des «Blick». Gleich zweimal, am Dienstag und Mittwoch, 21. und 22. November, rückte die Zürcher Tageszeitung das Ameos Spital ins Zentrum seiner Front-Seite.

«Unhaltbare Zustände»

«Blick» schreibt von «unhaltbaren Zuständen, Mobbing, einem Massenexodus von Kader-Angestellten, Belegärzten, die sich wie Könige benehmen, und von Schichten ohne Pausen». Gleich mehrmals wird die Patientensicherheit (und somit das Rückgrat eines jeden Spitals) offen in Frage gestellt. Die Recherchen gipfelten am Dienstag auf Seite 2 im Titel: «Das Spital muss geschlossen werden!»

Der Titel ist allerdings nicht die Erkenntnis aus den eigenen Nachforschungen, sondern ein Zitat, das die Blick-Redaktion den nicht weiter erkennbaren «Informanten» zuschreibt. Zum Schutz jener Personen, welche dem Blatt gegenüber Auskunft gegeben haben, gibt die Zeitung weder deren Namen, noch deren Positionen preis. Das ist ein gängiges Verfahren, um als Journalist überhaupt an verwertbare Informationen zu gelangen. Der sogenannte Quellenschutz ist dabei an besondere Auflagen gebunden.

Was sagen Ameos und der Regierungsrat dazu?

Auch Ameos als Spitalbetreiberin lässt «Blick» in der Ausgabe vom Dienstag zu Wort kommen. Mit den erhobenen Vorwürfen konfrontiert, betont Direktor Daniel Schroer, «dass alle wichtigen Positionen am Spital besetzt sind oder aktuell besetzt werden. Wir haben ausreichend Personal, um den Betrieb mit hoher Qualität sicherzustellen und die Patientensicherheit zu gewähren – mit Ausnahme der aktuell geschlossenen Geburtenabteilung».

Auch Regierungsrat Damian Meier, der Gesundheitsdirektor des Kantons Schwyz, ist mit seinem Departe­ment «auf keine Dinge gestossen, die die Personensicherheit gefährdet hätten», wie der «Blick» am Mittwoch berichtet. Zweimal hätte der Kanon das Ameos Spital mit Spezialisten inspiziert und dazu einen 130-seitigen Bericht verfasst. Dieser bleibt zwar unter Verschluss; «doch es gibt keine Punkte, die ein sofortiges Handeln verlangten», lässt sich Meier im «Blick» zitieren.

Auch im Schweizer Fernsehen

In seiner Sendung vom Mittwoch, 22. November, thematisiert «Schweiz aktuell» von SRF das Spital Einsiedeln ebenfalls. Allerdings ohne anonyme Quellen, sondern lediglich mit offiziellen Statements. Daniel Schroer erhielt die Gelegenheit, auf die «Mehrheit der Mitarbeitenden» hinzuweisen, «die tagtäglich eine sehr gute Arbeit leisten» würden. Die erhobenen Vorwürfe seien für ihn «irreführend und in vielen Bereichen falsch».

Das Fernsehen hörte sich des Weitern im Schwyzer Kantonsparlament um, das vorgestern Mittwoch tagte. SP-Kantonsrat Antoine Chaix (Einsiedeln), Hausarzt und in dieser Funktion auch niedergelassener Arzt, erinnert an die früheren Sptaldiskussionen: «Mit drei Spitälern, welche alles anbieten, haben wir tatsächlich ein Problem, da das Einzugsgebiet zu klein ist.» Er stellt einen politischen Vorstoss in Aussicht, um Antworten der Regierung in dieser Frage zu erhalten.

Für SVP-Kantonsrat Fredi Kälin (Einsiedeln) steht es «ausser Frage, dass nebst Schwyz und Lachen ein Spital auch in Einsiedeln Platz hat». Er betont, dass das Spital «in der Bevölkerung von Einsiedeln sehr positiv wahrgenommen wird».

Ohne weitere Details zum Inspektionsbericht zu verraten, hält Damian Meier gegenüber dem Schweizer Fernsehen fest, «dass sich die Situation in Einsiedeln verbessert» habe. Mit der aktuell geschlossenen Geburtsabteilung, so Meier, werde die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton in diesem Punkt allerdings nicht erfüllt. «Wir haben Ameos aufgefordert, hier nachzubessern und die Abteilung Anfang 2024 wieder zu öffnen.»

Support von den Ärzten

Wie auf dieser Seite nachzulesen ist, erhält das Spital von den Belegärzten und den niedergelassenen Ärzten Support. In ihren Schreiben wird die erhobene Kritik «als völlig unangebracht und destruktiv» verurteilt. Bei den erwähnten niedergelassenen Ärzten handelt es sich um solche, welche mehrheitlich zwar eine eigene Praxis führen, mit dem Spital aber täglich zusammenarbeiten.

Belegärzte stehen hinter dem Spital

Wir Belegärzte wehren uns ganz entschieden gegen die vom «Blick» erhobenen Vorwürfe betreffend die Patientensicherheit und Versorgungsqualität am Spital Einsiedeln.
Wir sind vorwiegend langjährige Belegärzte am Spital und legen grossen Wert auf eine gute Behandlungs­qualität, wir fühlen uns durch viele positive Rückmeldungen und die Treue unserer Patienten darin bestätigt. Wir stehen hinter dem Spital und schätzen die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal. Eine gewissenhafte und effiziente Arbeitsbewältigung ist enorm wichtig in unserem Betrieb, trotz der immer aufwendigeren Auflagen, die den Spitalbetrieben auferlegt werden. Unsere wichtigste Pflicht gegenüber den Patienten ist Sorgfalt.
Wenn in der Presse kritiklos rufschädigende Vorwürfe übernommen und publiziert werden, ist das sicher kein sorgfältiger Journalismus!
Belegärzte am Ameos Spital Einsiedeln

Klare Stellungnahme und deutliche Worte der niedergelassenen Ärzte von Einsiedeln

In einem Schreiben zuhanden der Redaktion äussern sich die niedergelassenen Ärzte von Einsiedeln wie folgt zur Berichterstattung im «Blick»: Sie konnten es lesen im «Blick»: «Das Spital muss geschlossen werden!» Welche anonyme Quelle sich zu diesem vernichtenden Urteil hinreissen liess, ist unklar.

Klar ist hingegen, dass es ehemalige Angestellte gibt, welche das Spital mit ihrer Kritik nicht aufbauen, sondern schaden wollen. Um dies zu erreichen, wird als schärfstes Kriterium die Patientensicherheit in Frage gestellt. Und dies wird vom «Blick» als Headliner aufgenommen. So bekommt man Klicks und Zeitungsverkäufe. Wie sehen das die niedergelassenen Ärzte von Einsiedeln, welche täglich mit dem Spital zusammenarbeiten?

Wir beurteilen diese Kritik als völlig unangebracht und destruktiv. Die Zusammenarbeit der Praxisärzte mit dem Spital Einsiedeln funktioniert und die Patientensicherheit war und ist gewährleistet. Die medizinischen Leistungen sowohl auf der medizinischen und der chirurgischen Spitalabteilung sowie bei den Belegärzten sind gut. Es besteht aus unserer Sicht keine Sorge um die Patientensicherheit, was wir sicherlich beurteilen können. Das Spital Einsiedeln nimmt zudem – gerade in der Notfallversorgung – eine wichtige Rolle im regionalen Gesundheitsnetzwerk ein.

Ja, es gibt strukturelle und personelle Probleme, welche behoben werden müssen. Davon aber eine Patienten­gefährdung abzuleiten, lehnen wir klar ab.

Wir niedergelassenen Ärzte von Einsiedeln und Umgebung bitten die Bevölkerung, auf unser Anraten hin, dem Spital Einsiedeln weiterhin den Rücken zu stärken und nicht in den Tenor der Untergangsprophezeienden einzustimmen. Sie können darauf vertrauen, dass die medizinischen Dienstleistungen am Spital Einsiedeln weiterhin in hoher Qualität und Zuverlässigkeit angeboten werden. Das Spital Einsiedeln steht als kleines Spital vor grossen Herausforderungen für die Zukunft, es braucht dafür einen guten Rückhalt in der Bevölkerung und eine faire Beurteilung der medizinischen Leistungen. Eine destruktive Kritik aus der Anonymität zu streuen, ist wohl nicht der richtige Ansatz dazu. Wir Praxisärzte sind froh um unser Spital Einsiedeln und das soll so bleiben.

Die niedergelassenen Ärzte von Einsiedeln und Umgebung: Claude Bavaud, Antoine Chaix, Caroline Bernegger, Birgit Bucher, Andreas Deuble, Gustav Farner, Ursula Gansser, Svenja Kälin, Tomasz Kruze, Beat Küchler, Stefanie Marggi, Mario Picozzi, Michael Ringli, Stephan Rupp, Charlotte Sadowski, Raimund Sigrist, Kaspar Schnyder, Monika Schwartländer, Simon Stäuble, Peter Ternes, Fabrizio Verga

Dauerthema im EA

Die meisten Leser und Leserinnen unserer Zeitung dürften ob den erhobenen Vorwürfen wenig überrascht sein. Der Einsiedler Anzeiger berichtete alleine zwischen dem 26. September und dem 14. November dieses Jahres nicht weniger als 11 Mal über das Ameos Spital. Zur allgemeinen Orientierung nachfolgend die Chronologie.

14. November:
«Der Markt entscheidet letztlich, ob ein Spital eine Zukunft hat». In seiner Funktion als Gesundheitsdirektor nimmt Regierungsrat Damian Meier in einem Interview Stellung.
10. November:
«Gesundheitswesen unter Druck». Kommentar im Einsiedler Anzeiger.
10. November:
«Ein Dank an das Ameos Spital». Ein Leserbriefschreiber lobt seine medizinische Beratung am Ameos Spital.
3. November:
«Ameos Spital verlängert Schliessung der Geburtsabteilung». Die Spitalleitung macht dafür unverändert den Fachkräftemangel verantwortlich.
31. Oktober:
«Gern und motiviert zur Arbeit». Ein langjähriger Spital-Mitarbeiter wirft in seinem Leserbrief einen (anderen) «Blick auf das Innere».
24. Oktober:
«Nichts ist in Ordnung». Eine Gruppe Mitarbeitende des Ameos Spitals macht in der Leserbriefspalte anonym auf die Zustände am Spital aufmerksam. Der Redaktion ist die Kontaktperson bekannt.
20. Oktober:
«Gerüchten den Wind aus den Segeln nehmen». Spitaldirektor Daniel Schroer verneint im Einsiedler Anzeiger einen «Exodus des leitenden Managements». Die Abgänge würden sich im Bereich der «üblichen Fluktuation» bewegen und seien in der Summe «nicht beunruhigend».
13. Oktober:
«Schlechte und gute Nachrichten». Kommentar im Einsiedler Anzeiger zur aktuellen und generellen Situation am Ameos Spital.
13. Oktober:
«Ameos hat den Spitalvertrag auf unbefristete Zeit verlängert». Die Stiftung Krankenhaus Maria zum finstern Wald gibt die Vertrags-Verlängerung mit der Ameos Gruppe bekannt.
13. Oktober:
«Es gab noch nie einen Anlass zur Intervention». Der Einsiedler Bezirksrat teilt mit, «keine Anzeichen zu erkennen, dass der Betrieb in irgend einer Art gefährdet sein könnte».
26. September:
«Geburtsabteilung bleibt eine Woche geschlossen». Personalengpässe führen am Ameos Spital (erstmals) zu dieser drastischen Massnahme.

Text und Foto: Victor Kälin