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Kunst im Röntgenblick
In Einsiedeln im Ärztezentrum MedicoPlus wurden 175 Pakete von Künstlern durchleuchtet.
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«Kunst kann Fenster öffnen und Ausblicke ermöglichen»
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Kunst im Röntgenblick

In Einsiedeln im Ärztezentrum MedicoPlus wurden 175 Pakete von Künstlern durchleuchtet.


24. 9. 2021 – Wer sich als Patient röntgen lässt, hofft auf ein Bild, das seiner Gesundheit dient. In Einsiedeln liessen im Sommer 175 Künstler ihre Werke durchleuchten. Viel Überraschendes ist dabei zu sehen. Dies wird Ende des Jahres in Ausstellungen gezeigt.

Zwei Turnschuhe liegen in einer Kiste dicht aufeinander: «The Kiss» heisst das Schwarz-Weiss-Werk. Zwei riesige Pasta- Nudeln scheinen miteinander zu reden – PASTA. Ein Mausskelett liegt verborgen in einem Frauenportemonnaie – die X-Rays fördern den Grusel zu Tage. Eine Kugel gespickt mit Nadeln enthüllt ein Piercing der besonderen Art: einen Mini- Igel. Wenn man so will: Geburtsbilder der Imagination. Fantasien aus dem Reich der Dunkelkammer. Negative des anderen Seins. Manche Bilder sehen auch einfach so aus, wie Impressionen aus dem Gepäckscanner im Flughafen.

Zeno Schneider hat vermittelt

Normalerweise machen Röntgenbilder Krankheiten und Verletzungen sichtbar. Knochenbrüche zum Beispiel. Lungenentzündungen. Einen Nagel im Bauch. Wenn Künstler ungeöffnete Einheitspakete röntgen lassen, ist davon auszugehen, dass einiges sichtbar wird, was vorher auch noch nie so zu sehen war. Was schockt. Enthüllt. Erheitert. Verrätselt. Oder was verspielt daherkommt.

So geschehen in Einsiedeln im Sommer dieses Jahres. In enger Kooperation mit dem heimischen Künstler Zeno Schneider liess der Küssnachter Andreas Weber 175 ungeöffnete Einheitspakete von 175 Künstlern bei MedicoPlus einen Tag lang durchleuchten.

Jahresgabe für Gönner

«Ausgangspunkt für das Projekt war das 125-Jahr-Jubiläum des Künstlerverbands Visarte Zentralschweiz», erklärt der Schwyzer Kunstschaffende. Und zwar zum Zweck einer «Jahresgabe» an Gönner und Förderer in limitierter Edition. Da die Geburt von Visarte 1896 zeitgleich mit der Entdeckung der Erfindung der Röntgentechnologie durch Wilhelm Röntgen zusammenfällt, entschloss sich Weber, das damals revolutionäre bildgebende Verfahren einmal für die zeitgenössische Kunst zu nutzen. «Röntgenbilder haben etwas Klärendes: durch Weglassen wird bisher Unsichtbares – das Wesentliche? – sichtbar. Wie gute Kunst ermöglichen uns diese Röntgenbilder einen neuen Blick auf scheinbar Vertrautes», sagt Andreas Weber. Nicht zufällig trägt das Projekt denn auch den Titel: «Kunst macht sichtbar» – einen Slogan aus der klassischen Moderne.

Bei MedicoPlus geröntgt

Er lud Visarte-Mitglieder und andere Künstlerinnen und Künstler dazu ein, ihm ein Objekt oder eine Assemblage aus mehreren Gegenständen zu schicken. Die eingegangenen einheitlich grossen Pakete wurden dann im Ärztezentrum MedicoPlus einen Tag lang – am 6. Juni dieses Jahres – ungeöffnet geröngt und dann wieder an die Künstler retourniert.

Das Ergebnis ist jetzt zu sehen. «Es wird zum einen in Form von Karten an die Gönner und Förderer übergeben», sagt Andreas. Zum anderen werden die Schwarz-Weiss-Bilder ab Ende November in Rapperswil im Kunstzeughaus in Form von A4-Karten (28.11. bis 6.2.2022) sowie ab Anfang Dezember im Kunsthaus Luzern (4.12. bis 13.2.2022) ausgestellt.

«Mega spannend»

Geröntgt hat die 175 Einheitspakete der Künstler in Einsiedeln bei MedicoPlus die 32-jährige Angela Ragaz. Sie ist Mitglied der Geschäftsleitung, leitende MPA und Praxiskoordinatorin. «Das Röntgen der einzelnen Pakete war mega spannend», erzählt sie. Denn das Gewicht der einzelnen Pakete sei sehr unterschiedlich gewesen. «Ich war jeweils überrascht, was in den einzelnen Paketen verpackt war.»

Beim Röntgen der Inhalte sei es für sie auch interessant gewesen zu sehen, wie die Gegenstände dann jeweils auf die X-Rays je nach Dichte der Materialien und nach der Art und Weise, wie die Strahlen absorbiert wurden, reagiert haben und abgebildet wurden. «Mich haben die vielen Ideen der Künstler fasziniert. Am besten gefielen mir die Muscheln und die Fantasiegesichter aus verschiedenen Gegenständen. Auch so manches kleine Skelett habe sie lustig gefunden.

«Erschrocken bin ich nie.» Konkret machte Angela Ragaz jeweils ein Röntgenbild von jedem Paket. Diese wurden abgespeichert, teils per USB-Stick, und dann per E-Mail an Andreas Weber zurückgeschickt. «Vor den Röntgenstrahlen geschützt war ich, weil ich mich beim Ablichten ja immer in der geschützten Kammer aufgehalten habe», erklärt sie. Ausserdem habe sie einen Dosimeter getragen – ein Gerät, das anzeigt, wenn sich die Strahlungsmenge verändert. «Ich habe die Pakete auch über den Tag verteilt geröntgt, nicht am Stück.»

«Monsterleistung»

Für Zeno Schneider, 30 Jahre lang selbst Arzt in Einsiedeln und seit Jahren auch Künstler, ist das Röntgen der Werke durch Angela Ragaz eine «Monsterleistung». Interessant erscheint ihm an diesen Röntgenbildern, dass es wirklich sehr materialabhängig sei, was von den Strahlen durchdrungen werde und was nicht. «Die Röntgenstrahlen machen auf diese Weise nicht alles sichtbar – denn manch normal Sichtbares wird auf dem Röntgenbild aufgrund der Gewebebeschaffenheit nicht angezeigt.»

Der Egger selbst hat natürlich auch ein Paket als Künstler eingereicht – auf dem Röntgenbild sind aus Eisenbohrspäne aufgeklebte Umrisse eines Stiers zu sehen. Sie sollen an einen jener frühzeitlich gemalten Auerochsen aus den Höhlen des französischen Lascaux erinnern. Mit dem Titel «Congratulations from a far» (zu deutsch: Glückwünsche von weit her) will Schneider quasi einen fiktiven Geburtstagsgruss eines jener Höhlenmaler an die heutigen Künstler richten. Das Urbild lässt grüssen!

Von Wolfgang Holz, erschienen im Einsiedler Anzeiger, 24.9.2021



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