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Wenn Bilder die Heilkunst ergänzen



Fünf Schwy­zer Kunstschaffende stellen im MedicoPlus Ärztezentrum aus (v. l.): Irène Hänni, Erika Probst, Jakob Waldesbühl, Heidi Müller und Heidi Honegger.

23. 1. 2018 – Die Im Oktober 2014 eröffnete MedicoPlus Health Care AG gibt Schwy­zer Künstlern zum zweiten Mal die Möglichkeit, Ihre Wer­ke In den Räumen an der Spi­tal­stras­se 26a zu präsentieren. Die Vernissage mit Apéro vom 20. Januar 2018 zeigte eine vielfältige Palette von Arbeiten In verschiedensten Techniken.

Nach den volkstümlichen Klängen der bekannten Einsiedler «Hudeli-Musig», be­grüss­te Simon Stäuble, ärztlicher Leiter von MedicoPlus, die gut 50 Vernissage­-Gäste aus nah und fern, nicht ohne zu erklären, was es mit dem «Plus» auf sich habe: Grundversorger und Spezialisten sind unter einem Dach und nutzen die ge­meinsame Infrastruktur. Da sind aber nicht "nur" Ärzte für ihre Patienten tätig. Das «Mehr» bezieht sich auf die Am­bian­ce ohne kalte Räume und kahle Wände, wo sich der Patient wohlfühlen kann. Stäuble dankte seinem Berufskollegen Zeno Schneider, der die Ausstellung, die schon 2017 zum vollen Erfolg geworden war, für das lau­fen­de Jahr auf die Beine gestellt hat­te.

Angeregte Gespräche

Zeno Schneider zeigte sich erfreut und geehrt, dass sich so viele Besucher Zeit zur Vernissage genommen hatten. «Zeit» wurde von Schneider sodann ins Zentrum ge­rückt. Lässt sich Zeit wirklich nehmen? Gibt es einen Zeitgewinn und -verlust? Sich Zeit für et­was nehmen hat mit der Zeit an sich nichts zu tun. Das «Et­was», für das sich die Anwesenden an diesem bereichernden Abend Zeit genommen haben, ist die bildende Kunst. Alle fünf Personen, die Zeno Schneider in alphabetischer Rei­hen­fol­ge kurz vor­ge­stellt hatte, durfte man als begeisterte Repräsentanten dieser Kunst­gat­tung ken­nen­ler­nen.

lrène Hännl (Goldau) nennt sich Autodidaktin und zeigt Pigmentdrucke als Ergebnis eines kreativen Prozesses, bei dem fotografische und geometrische Elemente über­ei­nan­der gelegt werden. Vermeintlich Klares wird unscharf, Wahrheit wird mehr­schich­tig. Dem Betrachter wird ein Eindruck von Bewegung und Beschleunigung vermittelt.
Aus Altendorf kommt Heidi Honegger, die «es schön findet, durch Experimentieren et­was entstehen zu lassen"» Der Prozess geht oft von unscheinbaren Wegrand-Ent­de­ckungen aus. So kann eine Baumrinde mit verschiedenen Techniken bearbeitet wer­den. Die Bilder sind von Zahlen, Formen oder rhythmisierenden Strukturen durch­setzt. Bel der Decollage wirkt der Zufall und macht mit teilweisem Entfernen von ei­ner oder mehreren Schichten Darunterliegendes sichtbar.
Heidi Müller, geboren In Goldau, möchte sich nicht festlegen lassen und befasst sich mit Drucktechniken, Malerei und plastischem/installativem Gestalten. Nebst Klein­pla­sti­ken sind auch Bildkästchen und Holzschnitte zu sehen. Das uns Vertraute erkennen wir in ihren Werken, was uns eine ganz neue Sicht anbietet. Viele Werke kommen ohne Titel daher, was damit zu tun hat, dem Betrachter keine Vorgaben auf­zu­drän­gen und den Gedanken freien Lauf zu lassen.
Erika Probst (Goldau) möchte als freischaffende Malerin – nicht als Künstlerin – an­ge­spro­chen werden. Im Zentrum ihres Schaffens steht der Mensch mit all seinen Ge­füh­len und dem Ausdruck seiner Empfindungen. Zeichnungen, Radierungen, Re­li­efs und Plastiken zeigen eine feinfühlige Annäherung an das, was im Mittelpunkt steht. Die plastischen Figuren mit der geschliffenen Oberfläche lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen, die sie an den Betrachter vermitteln.
Jakob Waldesbühl (Goldau) Ist ehemaliger Sekundarlehrer und unterrichtete Bild­ne­ri­sches Gestalten. Schwerpunkt bildet die abstrakte Malerei. Mit Spachtelmasse wird der Bildgrund aufgebaut. Mit Spuren des Verschleisses behaftete Materialien werden angeordnet oder überlagert, sodass eine zweite Ebene entsteht. Aus­ge­dien­tes be­kommt so eine neue Wirklichkeit. So entsteht ein anregender Dialog zwischen Ge­ge­nwart und Vergangenheit.

Apropos Dialog: Während der ganzen Vernissage gab es die Möglichkeit, mit den Kunst­schaf­fen­den ins Gespräch zu kommen, ihre Techniken zu hinterfragen oder die Werke gleich käuflich zu erwerben. Immer wieder ertönten die Klänge der «Hudeli-Musig». Der Abend war ein Erlebnis besonderer Art, denn – um Zeno Schneiders Wor­te zu verwenden – «Kunst hält die Zeit an». Noch bis Ende 2018 werden die Werke der fünf Kunstschaffenden in den Gängen und Räumen von MedicoPlus an der Spi­tal­stras­se zu sehen und zu erwerben sein.

Werner Bösch, erschienen im Einsielder Anzeiger, 23. 1. 2018


MedicoPlus art 2018
PDF (1.2 MB): Artikel, erschienen im Einsiedler Anzeiger, 23. 1. 2018
PDF (77 KB): Vernissage vom 20. 1. 2018 – Ansprache von Zeno Schneider
PDF (1.5 MB): Einladung zur Vernissage mit Apéro vom 20. 1. 2018 
PDF (1.7 MB): Vorschau, erschienen im Einsiedler Anzeiger, 19. 1. 2018
PDF (40 KB): Inserat, erschienen im Einsiedler Anzeiger, 16. 1. 2018

 
 

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